Grafik mit zwei Kreisdiagrammen. Was für Kunden wichtig ist. Für 81 % der Befragten sind nachhaltige Themen und Konsum wichtig oder sehr wichtig. Die Hälfte aller Käufer ist bereit mehr für nachhaltige Produkte zu bezahlen

Nachhaltige Produkte: Akzeptanz für Preisaufschläge und Informationsbedarf steigt

Die Hälfte der Kund:innen würde inzwischen mehr für nachhaltige Produkte bezahlen und möchte genauer wissen, wie nachhaltig das Produkt und der Hersteller sind.

Kategorie: Presales, Sales

Für viele Menschen ist das Thema Nachhaltigkeit und nachhaltiger Konsum wichtig oder sehr wichtig – laut einer Umfrage von IFH Köln und KPMG aus dem Jahr 2022 sind es 81 Prozent1. Das stärkere Umweltbewusstsein beeinflusst längst auch den Kaufprozess. Die Menschen blicken umfassender auf die Produkte: Woher kommen sie, wie werden sie produziert und wie nachhaltig agieren ihre Hersteller allgemein? Wie werden die Produkte verpackt und wie gut lassen sie sich wiederverwerten?

Was für Kund:innen wichtig ist

Mehrere Umfragen aus den letzten Jahren zu nachhaltigem Konsum zeigen:

  • Für 56 Prozent der Befragten in Deutschland sind Themen wie Nachhaltigkeit und nachhaltiger Konsum wichtig. Sie haben jedoch Schwierigkeiten, Ansatzpunkte in ihrem Alltag zu finden. Sie würden mehr tun, wenn es ein transparentes und standardisiertes Nachhaltigkeitsprofil zu allen wesentlichen Konsumgütern gäbe. Konsument:innen, denen die Themen sehr wichtig sind (25 Prozent), informieren sich aktiv und kaufen gezielt sowie bewusst nachhaltige Produkte.1
  • Rund die Hälfte der Käufer:innen würde mehr für nachhaltige Produkte bezahlen. 2,3 Genauere Differenzierungen zeigen: Davon akzeptieren 25 Prozent von ihnen bis zu 10 Prozent höhere Preise, 15 Prozent zwischen 10 und 20 Prozent und 10 Prozent der Befragten mehr als 20 Prozent.2
  • Vor und bei dem Kauf interessieren sich Kund:innen auch für genauere Informationen. 57 Prozent würden sich zum Beispiel hierzulande mittels Testberichten und/oder durch Unternehmenssiegel von Nachhaltigkeitsverbänden (Fair Trade etc.) darüber informieren, wie sich eine Marke beim Thema Nachhaltigkeit verhält.1
Grafik mit zwei Kreisdiagrammen. Was für Kunden wichtig ist. Für 81 % der Befragten sind nachhaltige Themen und Konsum wichtig oder sehr wichtig. Die Hälfte aller Käufer ist bereit mehr für nachhaltige Produkte zu bezahlen

Nachhaltigkeit transparent machen

Ihre Kundschaft darüber aufzuklären, was zum Thema Nachhaltigkeit bei Holzprodukten wichtig ist, ist nicht der einzige Aspekt, der Ihnen beim Verkauf helfen kann. Das Thema ist auch ein Argument im Verkaufsgespräch, wenn Sie den Preis eines Qualitätsproduktes vermitteln müssen.
Schadstoffe in der Luft, im Wasser und im Boden sowie der Klimawandel machen dem Ökosystem Wald zu schaffen – sowohl global als auch hierzulande. Gleichzeitig ist der Rohstoff Holz in vielen Branchen weiterhin stark nachgefragt.

Wie lassen sich also Wälder umfassend schützen und gleichzeitig so nutzen, dass der Holzbedarf gedeckt bleibt? Indem sie nachhaltig und verantwortungsvoll bewirtschaftet werden. Um dies zu unterstützen und zu gewährleisten, gibt es entsprechende Programme, Zertifizierungen und Nachhaltigkeitssiegel.

PEFC und FSC – die Siegel für nachhaltig bewirtschaftete Wälder

Um eine ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltige Waldbewirtschaftung zu gewährleisten und zu fördern, gibt es entsprechende Programme und Zertifizierungssysteme. Hierzulande sind es diese:

Im Holzsegment dominieren vor allem die Zertifizierungen von PEFC und FSC. So werden etwa 79 Prozent der hiesigen Wälder nach den PEFC-Standards nachhaltig bewirtschaftet. Das bedeutet: Wälder unterliegen jeweiligen Regeln und Standards der Siegel-Organisationen (siehe Kasten unten), was unabhängige Gutachter:innen überprüfen. Wie oft dies erfolgt, ist unterschiedlich.

Schild vom PEFC "Dieser Wald ist anders" in einem Mischwald aufgestellt
Schilder des PEFC kennzeichnen Wälder, die nach deren Standards nachhaltig bewirtschaftet werden.

Zu den beiden Organisationen und ihren Siegeln gibt es allerdings auch kritische Stimmen. Für deutsche Umweltverbände wie NABU oder WWF sind die Standards nicht streng genug oder die Kontrollen nicht ausreichend. Dennoch sind sich die Kritiker einig: Die PEFC- und FSC-Siegel sind besser als keins. Der FSC steht dabei für strengere Vorgaben als das PEFC. Jedoch gibt es hierzulande auch Wälder, die nach beiden Programmen zertifiziert sind.

Baumaschine stapelt Baumstämme in einem Wald. Im Vordergrund ein Holzstapel mit PEFC-Logo auf einem Baumstamm gesprüht.
Geerntetes Holz aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern wird vor dem Transport im Wald mit dem entsprechenden Logo gekennzeichnet.

Zertifizierte Holzprodukte und Hersteller bevorzugen

Auch wenn die Nachhaltigkeitssiegel des FSC und PEFC aus Sicht von Umweltlobbyisten nicht ausreichen: Der WWF sowie auch das Umweltbundesamt raten Käufer:innen dazu, auf die Siegel zu achten und entsprechend gelabelte Holzprodukte zu bevorzugen.4

Einige Hersteller und ihre Produkte im Holzsegment sind bereits FSC- oder PEFC-zertifiziert – wie zum Beispiel bei Mosel Türen (PEFC/04-31-2511). So ist etwa direkt für Sie und Ihre Kund:innen erkennbar, dass der verwendete Holzrohstoff aus nachhaltiger Bewirtschaftung stammt und der Hersteller kein Holz aus illegalem Einschlag oder Raubbau verwendet. Mosel Türen bezieht den größten Anteil seiner Holzwerkstoffe aus Deutschland – zum Teil sogar aus der Region. So achtet das Familienunternehmen außerdem noch auf möglichst kurze Lieferketten.

Mit einem breiten Sortiment an zertifizierten Holzprodukten bedienen Sie also einfacher die Nachfrage zu nachhaltigen Produkten und den damit verbundenen Informationsbedarf. Und durch den Kauf der Produkte können Ihre Kund:innen auch hierbei etwas für das Klima und den Umweltschutz tun.

Zusammengefasst: die PEFC- und FSC-Kriterien

Das beinhalten die PEFC-Standards für nachhaltige Waldwirtschaft:

  • Alle relevanten Bundes- und Landesgesetze sowie relevante vertragliche Verpflichtungen werden eingehalten. Ebenso internationale Rechtsvorschriften wie zum Beispiel Klimarahmenkonventionen und Kyoto-Protokoll oder CITES (Washingtoner Artenschutzübereinkommen.
  • Im Wald wird nur so viel Holz geerntet, wie wieder nachwächst.
  • Forstleute und Waldbesitzer:innen erhalten und entwickeln klimastabile Wälder.
  • Aus Naturwäldern entstehen keine Plantagen. Genetisch veränderte Bäume werden nicht angepflanzt. Standortgerechte Baumarten werden erhalten und aufgebaut.
  • Gewässer und Trinkwasserreserven sowie Böden und Klima werden geschützt. So ist etwa flächiges Befahren nur in Ausnahmefällen – beispielsweise beim Pflanzen – und möglichst bodenschonend erlaubt.
  • Lebensräume für seltene Tier- und Pflanzenarten bleiben erhalten. Insbesondere schutzwürdige Biotope werden auch bei der Erschließung geschont.
  • Der Wald wird nur bedarfsgerecht erschlossen. Schäden an anderen Bäumen und am Boden während der Holzernte werden vermieden.
  • Pflanzenschutzmittel sind zu vermeiden oder dürfen nur minimal eingesetzt werden. Düngemittel zur Steigerung des Holzertrages sind unzulässig.
  • Höchste Sicherheitsstandards für Waldarbeitende sind verpflichtend.
  • Die Arbeitnehmerrechte der Arbeitskräfte werden gewahrt. Beschäftigte werden zum Beispiel auf Grundlage von Tarifverträgen der Forstwirtschaft oder entsprechenden Branchentarifen eingestellt. Aus-/Fort-/Weiterbildung werden ermöglicht.
  • Soziale Bedürfnisse und Rechte der Menschen, die vom, am oder im Wald leben, werden besonders beachtet.

Neben dem Wald zertifiziert das PEFC dabei allerdings auch die gesamte Produktkette vom Wald bis zum fertigen Produkt im Handel (Chain-of-Custody-Zertifizierung).

Gefällter Baumstamm mit FSC-Logo im Wald

Für einen FSC-zertifizierten Wald gelten diese festgelegten Prinzipien:

  • Alle im Land geltenden relevanten Gesetze sowie (internationale) Vereinbarungen, Verträge und Konventionen werden eingehalten. Der Forstbetrieb ist amtlich registriert und muss den Wald zum Beispiel vor illegaler Nutzung schützen.
  • Der Forstbetrieb erhält oder verbessert die soziale und wirtschaftliche Situation seiner Beschäftigten. Indem er zum Beispiel die Gleichstellung fördert, für Weiterbildungen sorgt oder nicht unter Mindestlohn bezahlt.
  • Gesetzliche und gewohnheitsmäßige Rechte indigener Gruppen werden erfasst und aufrechterhalten.
  • Auch die Rechte der lokalen Bevölkerung werden durch den Forstbetrieb gewahrt. Außerdem bietet er zum Beispiel der lokalen Bevölkerung mögliche Arbeitsverhältnisse und Ausbildungen an sowie setzt zusätzliche angemessene Maßnahmen um, die zu ihrer sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung beitragen.
  • Der Wald bleibt wirtschaftlich tragfähig. Planungen und Anstrengungen, welche die sozialen und ökologischen Leistungen erhalten oder verbessern, werden unternommen und nachgewiesen.
  • Ökosysteme und Umweltgüter bleiben erhalten oder werden wiederhergestellt. Seltene und gefährdete Arten, deren Habitate sowie etwa die vorhandene Wasserqualität und -quantität sind dabei besonders zu schützen.
  • Aus naturnahen Wäldern entstehen keine Plantagen. Für andere Umwandlungen gibt es entsprechende Vorgaben.
  • Das Bewirtschaften erfolgt angemessen zu den ökologisch verträglichen, sozial förderlichen und wirtschaftlichen Zielen und Leitbildern. Ein Management sichert, aktualisiert und überarbeitet dies regelmäßig.
  • Der Forstbetrieb kontrolliert Auswirkungen der Bewirtschaftung sowie den Waldzustand und wertet die Ergebnisse aus. Er berücksichtigt sie bei weiteren Planungen und macht sie zusammengefasst öffentlich zugänglich.
  • Der Waldzustand und seine besonderen Schutzwerte werden abhängig von den Bewirtschaftungsmaßnahmen zudem vorsorglich verbessert – durch entsprechende Maßnahmen und Strategien.
  • Der Wald wird nach der Holzernte möglichst zeitnah mit standortgerechten Arten verjüngt. Gentechnisch veränderte Organismen sind im Wald nicht erlaubt.
  • Düngemittel sind zu vermeiden oder dürfen nur minimal eingesetzt werden. Außerdem sind nur Biozide, Pflanzenschutzmittel oder biologische Bekämpfungsmittel erlaubt, die der FSC nicht verbietet.

Auch der FSC zertifiziert die gesamte Produktionskette. Jedes beteiligte Unternehmen muss dazu ein innerbetriebliches Verfahren aufbauen, das sicherstellt, dass FSC-zertifizierte Materialien jederzeit identifizierbar bleiben.
FSC-gelabelte Produkte können allerdings auch Materialien aus anderen kontrollierten Holzherkünften und/oder Recyclingmaterial enthalten. Entsprechend ist der Zusatz „Recycled“ oder „Mix“ auf dem Siegel angegeben.

Quellen:

1 Consumer Barometer 2/2022, IFH Köln & KPMG.
2 Nachhaltiger Konsum 5/2021, Consumers sustainability sentiment and behavior before, during and after the COVID-19 crisis, McKinsey & Company.
3 Umfrage zur Preisbereitschaft bei nachhaltigen Produkten in Deutschland 2020, Statista.
4 Themen &Projekte: Wälder – Verantwortungsvollere Waldnutzung (2020), WWF.

Fotos: ©PEFC Deutschland; ©FSC-Deutschland/Stefan Lechner-Polter